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Schloss Alteglofsheim

In seiner Blütezeit während des 18. Jahrhunderts gehörte Schloss Alteglofsheim zu den prachtvollsten Adelssitzen in Altbayern. Hervorgegangen ist das Schloss aus einer hochmittelalterlichen Burg an der alten Straße von Regensburg nach Landshut, von der noch heute der mächtige Bergfried zeugt, der die Silhouette des Ortes unverwechselbar macht.

Viele Besitzer, unter ihnen Bischöfe von Regensburg, bayerische Herzöge, adelige und hochgestellte Familien bauten und gestalteten im Lauf der Zeit vieles um, so dass sich das Schloss heute als komplizierte, lange gewachsene Anlage präsentiert. Den Kern bildet neben dem Bergfried der spätmittelalterliche Altbau mit seinen beiden zu Beginn des 17. Jahrhunderts entstandenen Rundeltürmen.

Aber erst als die Freiherren (ab 1685 Reichsgrafen) von Königsfeld 1658 die Hofmark Alteglofsheim erwarben und mit reichen Besitzungen erweiterten, begann die eigentliche Glanzzeit.

Baron Johann Georg I. von Königsfeld ließ 1679/80 parallel zum Altbau den langgestreckten Südflügel mit einer Folge von fünf repräsentativen Sälen errichten. Den Plan hierzu lieferte der kurbayerische Oberhofbaumeister Enrico Zuccalli. Die Stuckierung besorgten der große Giovanni Battista Carlone und sein Mitarbeiter Jacopo Tornino, die jedoch nur im Kaisersaal erhalten blieb. Im Erdgeschoss des Südflügels ließ Königsfeld die zweischiffige Hauskapelle einrichten.

Sein Enkel Johann Georg II. baute das Schloss in den fünfzig Jahren seiner Regierung (1700 - 1750) zu einem überaus prächtigen Adelssitz aus. Er durchmaß eine glanzvolle Karriere im Dienst und am Hof dreier bayerischer Kurfürsten. Von 1717 bis 1731 vertrat er seinen Landesherrn als Gesandter am Immerwährenden Reichstag in Regensburg, er war Geheimer Konferenzminister und schließlich sogar Reichsvizekanzler Kaiser Karls VII.

Seine Ämter und sein hoher politischer Rang zwangen Königsfeld in seinem Schloss zu größtmöglicher Prachtentfaltung, die den glanzvollen Hintergrund für die Repräsentation kurfürstlicher Magnifizenz abgab.

Zunächst ließ er ab 1711 durch Matthias Diesel anstelle des heutigen englischen Parks den ersten Garten anlegen, der im Bayern des frühen 18. Jahrhunderts nach dem Vorbild der klassischen französischen Gartenbaukunst entstand. Nach dem Ausbau seines Marstalls, der wie der Garten zu den Mitteln fürstlicher Selbstdarstellung gehörte, machte er sich 1725 an den Ausbau des Westflügels unter dem Baumeister Michael Wolf aus Stadtamhof. Im Zentrum dieses langgestreckten Flügels steht das halbrund vor die Fassade vorspringende Salet, ein kleiner, festlicher Saal, der 1728 - 31 von zwei der größten Dekorationskünstler dieser Epoche ausgestaltet wurde: durch den Maler Cosmas Damian Asam uns einen Bruder, den Stukkator Egid Quirin. - Von Cosmas Damian stammt noch ein zweites Gemälde im Schloss: es ist das kleine Deckenfresko im nördlichen Rundelturm, das die Geschichte der vergeblichen Liebe der Mondgöttin Selene zu dem Jäger Endymion zeigt. Andere Künstler aus dem Umkreis des Münchner Hofes zog Königsfeld zur Neuausstattung des Südflügels heran. Nach dem Vorbild der Reichen Zimmer in der Münchner Residenz entstanden hier in den Jahren 1728 - 34 die Schönen Zimmer. Den Stuck entwarf teilweise Johann Baptist Zimmermann, die Ausführung besorgten Johann Georg Üblher und sein Trupp. Die Ausmalung lag in Händen von Gottfried Nikolaus Stuber und von Johann Gebhard aus Prüfening.

Während die gräfliche Familie im Westflügel wohnte, dienten die Schönen Zimmer als offizielle Amtsräume. Diese Zweiteilung des Schlosses zeigt sich auch im Bildprogramm der beiden Treppenhäuser.

Der Zugang zu den Schönen Zimmern geschieht durch das 1725 ausgebaute Treppenhaus im Altbau. In seinem von Johann Adam Müller geschaffenen Deckenbild verherrlichen die olympischen Götter die Familie Königsfeld. Das Gemälde im Treppenhaus des Westflügels von Gottfried Nikolaus Stuber hingegen gewährt einen Einblick in die heitere Welt der Musen, in Gesang, Musik und Dichtkunst.

Schließlich entwarf Francois de Cuvilliés das Billard, einen kleinen, feinen Anbau von 1731/32 am westlichen Ende des Südflügels, der das Billiardzimmer und die Bibliothek aufnahm. Nach dem Aussterben der Königsfeld kam das Schloss 1835 an das fürstliche Haus Thurn und Taxis in Regensburg, das es 1939 an einen Privatmann verkaufte. 1973 erwarb der Freistaat Bayern das damals bereits sehr heruntergekommene Schloss. Durch den 1989 gefassten Beschluss des bayerischen Ministerrates, hier die Dritte Bayerische Musikakademie einzurichten, konnte es vor dem Verfall gerettet werden.

In einem zauberhaften Ambiente präsentiert sich das Schloss Alteglofsheim heute als musikalisches Seminar- und Fortbildungszentrum. Ensembles, Bands, Chöre, Orchester und Tanzgruppen wie auch berufliche Fortbildung ist in der neuen Musikakademie möglich, in der sich nun Tradition und Moderne zu einer Stätte der Begegnung verbinden.


(Quelle: www.Landkreis-Regensburg.de)

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