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Walhalla in Donaustauf

Östlich des Marktes Donaustauf, umrahmt von den Ausläufern des Bayerischen Waldes, erhebt sich auf dem sog. Bräuberg die Walhalla. Der mächtige Marmorbau, nach dem griechischen Parthenon errichtet, ragt über der Donau weit hinein in die flache Landschaft.

Die Entstehung der Walhalla ist eng verbunden mit der Zeit der tiefsten Erniedrigung Deutschlands am Anfang des 19. Jahrhunderts. Beeindruckt von der Niederwerfung der deutschen Fürsten durch Napoleon fasste der damalige bayerische Kronprinz 1807 den Entschluss für die "rühmlich ausgezeichneten Teutschen" einen Ehrentempel zu bauen. Der Tempel sollte groß - nicht kolossal sein, Größe sollte in der Bauart sein - hohe Einfachheit, verbunden mit Pracht. Da der Kronprinz seine Bauvorstellungen vorerst nicht verwirklichen konnte, gab er nach Beratungen mit Johannes von Müller Marmorbüsten von den zu ehrenden Persönlichkeiten wie Friedrich der Große, Kaiserin Maria Theresia, Goethe, Schiller etc. in Auftrag. Nach vielen Vorgesprächen erarbeitete der Kronprinz 1816 mit Leo von Klenze den Plan zum Bau der Walhalla. Als Ludwig 1825 König von Bayern wurde, waren bereits 60 Marmorbüsten fertiggestellt. 1826 stand der Standort Donaustauf fest und am 18.10.1830, am Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig wurde vor 40.000 Bürgern der Grundstein zur Walhalla gelegt. Nach einer Bauzeit von 12 Jahren war sie vollendet, am 18.10.1842 wurde die Walhalla feierlich eröffnet.

Der Tempel ist außen in reinem dorischen Stil (52 Säulen) gehalten, ihm vorgelagert ist ein mehrfach gestaffelter Unterbau mit breiten Treppen und 358 Stufen. Beachtenswert sind die Giebelfelder, die Ludwig Schwanthaler geschaffen hat. Die südliche Gruppe zeigt die Wiedererrichtung des Deutschen Bundes nach der Befreiung von der napoleonischen Zwangsherrschaft. Die nördliche Giebelgruppe erinnert an die denkwürdige Schlacht im Teutoburger Wald.

Innere der Walhalla führt ein riesiges Eingangstor, Eiche, 84 Ztr. schwer, außen mit Bronze und innen mit Ahornholz verkleidet. Der Innenraum ist durch die planmäßige Auswahl der verschiedenen Marmorgruppen in dezenten Farben gehalten. In dem schönen mosaikartigen Marmorboden sind die drei Stationen der Baugeschichte festgehalten. Der Tempel hat sechs große Büstengruppen. Mittelpunkt ist jeweils eine germanische Siegesgöttin (von Christian Rauch). Im oberen Bereich sind weiße Marmortafeln mit Goldinschriften. Hier sollen diejenigen Persönlichkeiten geehrt werden, von denen keine Abbildungen überliefert sind; dazwischen sind große germanische Frauengestalten, sog. Karyatiden. Unter der Brüstung der Galerie zieht sich ein mit Reliefdarstellungen geschmückter Fries hin - Gesamtlänge 85 Meter - mit Bildern aus dem Leben der Germanen. Die Kassettendecke besteht aus geschliffenen Bronzeplatten, die mit polierten Zinnsternen verziert sind. In den dreieckigen Senkgiebeln befinden sich Figuren aus der germanischen Mythologie. Zwischen zwei jonischen Säulen steht das große Standbild König Ludwig I. - ihm zu Ehren und aus Dankbarkeit dem Stifter der Walhalla vom bayerischen Volk errichtet (1890).

Nach Prof. Dr. J. Traeger von der Universität Regensburg ist die Walhalla das bedeutendste klassizistische Bauwerk des 19. Jahrhunderts.

Öffnungszeiten:
vom 1. April bis 30. September durchgehend von 9 bis 17.45 Uhr
vom 1. Oktober bis 31. Oktober durchgehend von 9 bis 16.45 Uhr
vom 1. November bis 31. März von 10 bis 11.45 Uhr und 13 bis 15.45 Uhr

Am 24., 25. und 31. Dezember sowie am Faschingsdienstag
bleibt die Walhalla geschlossen.

Eintrittspreise:
Erwachsene : 4,00 €
Ermäßigter Eintritt :3,00 €
(Schüler, Studenten, Zivil- od. Grundwehrdienstleistende, Schwerbehinderte mit GdB mind. 50 % und Senioren über 65 Jahre, der jeweilige Status ist mit einem gültigen Ausweis nachzuweisen.)

Mit einem Fahrgastschiff besteht von Ostern bis 15. Oktober eine Schiffsverbindung auf der Donau von Regensburg - Hengstenbergbrücke - bis zum Fuße der Walhalla (Abfahrt täglich um 14.00 Uhr - Rückfahrt um 16.00 Uhr).
Vom Hauptbahnhof fährt ein Linienbus nach Donaustauf:
Haltestelle Donaustauf Reiflding - Waldweg zur Walhalla oder
Haltestelle Donaustauf Schöntal - Treppenaufgang zur Walhalla


(Quelle: www.Landkreis-Regensburg.de)